Die NFC-Technologie hat sich als vielversprechende Lösung für die Identitätsprüfung etabliert. Die Einsatzmöglichkeiten und Funktionsweise dieser Technologie bieten eine solide Grundlage für sichere Authentifizierungsverfahren.
Was ist NFC?
NFC steht für Near Field Communication. Diese drahtlose Technologie ermöglicht den Datenaustausch über kurze Distanzen zwischen zwei NFC-fähigen Geräten.
NFC basiert auf der RFID-Technologie (Radio Frequency Identification) und erlaubt den Datentransfer über elektromagnetische Induktion. Die Verbindung wird hergestellt, sobald sich die NFC-fähigen Geräte berühren oder sich in unmittelbarer Nähe zueinander befinden.
NFC Verifikation - Anwendungsfälle
Near Field Communication findet in vielen Bereichen Anwendung und spielt insbesondere in Branchen mit hohen regulatorischen Anforderungen und strengen Sicherheitsstandards eine entscheidende Rolle.
Ein besonders wichtiger Einsatzbereich ist die Identitätsprüfung. Ein Beispiel hierfür ist die qualifizierte elektronische Signatur (QES), die einen eIDAS-zertifizierten Prozess erfordert. Ein weiteres Beispiel ist das Kunden-Onboarding im Bankensektor. In der Schweiz erfolgt dieses gemäß den FINMA-Richtlinien und erfordert strenge Prüfverfahren. Vergleichbare Regelungen bestehen auch in anderen europäischen Ländern wie Deutschland und Österreich, wo Aufsichtsbehörden wie BaFin entsprechende Vorgaben für den Finanzsektor setzen.
Im Gegensatz zu anderen drahtlosen Kommunikationstechnologien arbeitet NFC nur in einem limitierten Radius von etwa 10 Zentimetern. Diese kurze Reichweite ist ein wesentlicher Sicherheitsfaktor und macht NFC besonders geeignet für die Identitätsprüfung.
Identitätsprüfung mit NFC
Die NFC-basierte Verifikation hat sich zu einer zuverlässigen Methode entwickelt, um die Identität einer Person sicher zu bestätigen. Durch die Integration von NFC-Chips in Ausweisdokumente wie Personalausweise oder Reisepässe kann die Identität schnell und zuverlässig überprüft werden. Werden diese Dokumente in die Nähe eines NFC-Lesegeräts gehalten, können die gespeicherten Daten sicher ausgelesen und geprüft werden.
NFC-Verifikationen liefern eine sehr hohe Genauigkeit beim Auslesen der Chipdaten – mit einer Genauigkeit von rund 99,9 %. Im Vergleich dazu prüfen visuelle Scans von Ausweisdokumenten lediglich die gedruckten Informationen und sind anfälliger für Manipulationen. Der Zugriff auf die Chipdaten erhöht daher den Schutz vor gefälschten Dokumenten erheblich.
Darüber hinaus ermöglicht die NFC-Verifikation die Validierung der Zertifikate des ausstellenden Landes und trägt somit zusätzlich zur Sicherheit und Authentizität des Verifizierungsprozesses bei.
Nicht zuletzt ist der NFC-Identifikationsprozess äußerst benutzerfreundlich: Durch einfaches Anhalten des NFC-fähigen Ausweisdokuments an ein kompatibles Lesegerät erfolgt die Identitätsprüfung schnell und unkompliziert.
Wie funktioniert die NFC-Verifikation?
Die NFC-Verifikation basiert auf der Kommunikation zwischen NFC-fähigen Geräten, die mit speziellen NFC-Chips ausgestattet sind. Diese Chips ermöglichen den Datenaustausch über kurze Distanzen von bis zu 10 Zentimetern. Die Verbindung entsteht, indem zwei NFC-fähige Geräte nahe zueinander gehalten oder aneinandergelegt werden – zum Beispiel ein Smartphone und ein NFC-Tag.
Die in den Geräten integrierten Chips nutzen ein schwaches elektromagnetisches Induktionsfeld zur Datenübertragung. Diese Technologie ermöglicht eine schnelle und sichere drahtlose Kommunikation und eignet sich besonders für Anwendungen, die eine schnelle Authentifizierung und Datenübertragung erfordern – wie etwa die Identitätsprüfung.
Ablauf der NFC-Verifikation mit PXL Vision
Mit PXL Vision dauert eine NFC-gestützte Identitätsprüfung lediglich 2–3 Minuten:
- Zunächst werden Vorder- und Rückseite des Ausweisdokuments mit der Smartphone-Kamera gescannt.
- Anschließend startet die NFC-basierte Identitätsprüfung über die PXL Vision NFC Instant App (Android) oder die PXL Vision NFC App Clip (iOS). Das Ausweisdokument wird dabei an die Rückseite des Smartphones gehalten, um die Daten aus dem NFC-Chip auszulesen und zu validieren.
- Die übertragenen Informationen werden mit den zuvor gescannten Dokumentendaten abgeglichen.
- Zur zusätzlichen Absicherung wird die NFC-Verifikation mit einer biometrischen Authentifizierung in Form eines Selfie-Videos kombiniert. Das aufgenommene Gesicht wird mit den im NFC-Chip gespeicherten biometrischen Daten verglichen.
Einsatzarten der NFC-Verifikation
Die NFC-Technologie unterscheidet drei Betriebsmodi, die je nach Anwendungsfall eingesetzt werden:
- Peer-to-Peer: Direkter Datenaustausch zwischen zwei NFC-fähigen Geräten (z. B. zwei Smartphones).
- Kartenemulation: Ein NFC-fähiges Gerät übernimmt die Funktion einer NFC-Karte, beispielsweise einer Kredit- oder Debitkarte.
- Read-Write-Modus: Auslesen von Daten aus einem NFC-Tag.
Ist NFC-Verifikation sicher?
Die kurze Reichweite von NFC ist ein zentraler Sicherheitsfaktor. Sie wirkt als natürliche Schutzbarriere und reduziert das Risiko externer Angriffe oder Datendiebstahls erheblich. Ein potenzieller Angreifer müsste sich in unmittelbarer Nähe des NFC-Geräts befinden, um Zugriff zu erhalten.
Insbesondere in Kombination mit biometrischer Authentifizierung bietet NFC-Verifikation ein sehr hohes Sicherheitsniveau. Biometrische Merkmale sind einzigartig und schwer zu fälschen. Die Kombination aus NFC-Technologie und biometrischen Daten schafft daher eine besonders zuverlässige Methode zur Identitätsbestätigung.
Fazit
Die NFC-Verifikation hat sich als äußerst sichere und benutzerfreundliche Methode der Identitätsprüfung etabliert. Near Field Communication ermöglicht eine schnelle und sichere Datenübertragung über kurze Distanzen zwischen NFC-fähigen Geräten. Sicherheitsmechanismen wie Verschlüsselung, Authentifizierung und die begrenzte Reichweite machen NFC zu einer bevorzugten Technologie für Anwendungen mit hohen Sicherheitsanforderungen.
Besonders hervorzuheben ist die hohe Sicherheit in Kombination mit biometrischen Verfahren. Die Integration von Gesichtserkennung steigert die Sicherheit zusätzlich und sorgt gleichzeitig für eine komfortable Nutzererfahrung.
PXL Vision bietet Identitätslösungen, die NFC-Verifikation und biometrische Authentifizierung miteinander kombinieren. NFC-Verifikation ist bereits seit Langem Bestandteil unserer On-Premise-Lösung – und wird nun auch von unserer SaaS-Lösung PXL Ident unterstützt.
Wenn Sie sich für das Thema NFC-Verifikation interessieren, kontaktieren Sie uns gerne.
FAQ zur Identitätsprüfung mit NFC
Die meisten modernen Smartphones unterstützen die NFC-Technologie. Wenn Sie Fragen zur NFC-Funktionalität haben, lesen Sie bitte die Geräteeinstellungen.
Die Datenübertragungsgeschwindigkeit von NFC beträgt etwa 424 kB/s.
Bei NFC werden bestimmte Sicherheitsvorkehrungen getroffen, wie beispielsweise die kurze Reichweite, wodurch es schwieriger wird, Daten zu stehlen. Dennoch sollten sensible Informationen verschlüsselt und unbefugte Kommunikation zwischen NFC-Geräten verhindert werden. Um unbefugten Zugriff zu verhindern, wenn das Gerät nicht in Gebrauch ist, ist es wichtig, die NFC-Funktion zu deaktivieren.
NFC und RFID sind ähnliche Technologien. Beide basieren auf drahtloser Kommunikation und nutzen elektromagnetische Felder, um Daten zwischen Geräten auszutauschen.
NFC ist eine besondere Form der RFID-Technologie, die sich durch eine geringere Reichweite und höhere Sicherheitsmaßnahmen auszeichnet. Im Gegensatz dazu ist RFID für die Datenübertragung über größere Entfernungen ausgelegt und in der Logistik und Produktverifizierung weit verbreitet. Aufgrund seiner begrenzten Reichweite wird NFC häufiger für kontaktlose Zahlungen oder das Koppeln von Geräten verwendet.