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     Glossar EUDI Wallet

    EUDI Wallet



     

     

    EUDI Wallet: Europäische digitale Identität

    Die EUDI Wallet (European Digital Identity Wallet) ist eines der zentralen Digitalprojekte der EU: eine einheitliche, staatlich bereitgestellte digitale Identität, die in allen Mitgliedstaaten nutzbar sein soll. Während digitale Identitäten bislang stark national geprägt sind und Unternehmen je nach Land unterschiedliche Ident-Verfahren integrieren müssen, setzt die EUDI Wallet auf gemeinsame Standards, Interoperabilität und mehr Kontrolle für Nutzer:innen.

    Für Unternehmen ist das kein reines Technik-Thema. Es sollte viel mehr Teil der Strategie sein: Wer digitale Onboarding-Prozesse, Identitätsverifikation oder KYC-Prüfungen durchführt, sollte verstehen, welche Rolle die Wallet künftig spielen kann und wo sie bestehende Verfahren ergänzt oder verändert.

     

    Was ist die EUDI Wallet?

    Die EUDI Wallet ist eine digitale Brieftasche für Identität und Nachweise, die auf EU-Ebene definiert und von den Mitgliedstaaten umgesetzt wird. Wichtig: Die EUDI Wallet ist nicht „die eine App“. Sie ist ein europäisches Wallet-Ökosystem mit verbindlichen Anforderungen.

    Jeder Mitgliedstaat muss mindestens eine Wallet bereitstellen, die die EU-Vorgaben erfüllt. Diese nationalen Wallets sollen so gestaltet sein, dass sie EU-weit akzeptiert und in digitalen Prozessen grenzüberschreitend genutzt werden können. Der rechtliche Rahmen hierfür ist die Europäische Digital Identity Regulation (Regulation (EU) 2024/1183), die Mitgliedstaaten verpflichtet, bis Ende 2026 mindestens eine EU Digital Identity Wallet bereitzustellen, die nach gemeinsamen EU-Spezifikationen interoperabel nutzbar ist. Ähnliche Bestrebungen verfolgt auch die Schweizer e-ID.

    In der Wallet können neben Identitätsdaten auch sogenannte Attribute und Nachweise verarbeitet werden – also beispielsweise Informationen wie Alter, Wohnsitz, Berechtigungen oder Zertifikate. Der Fokus liegt darauf, die digitale Identität nicht nur als „Login“ zu verstehen, sondern als vertrauenswürdige Grundlage für digitale Transaktionen: vom Kontoabschluss über Vertragsunterzeichnungen bis zur Altersverifizierung.

     

    Was bedeutet das konkret für digitale Identitäten?

    Die EUDI Wallet verändert den Blick auf digitale Identität in zwei zentralen Punkten:

    1. Standardisierung auf europäischer Ebene
    Es entsteht ein einheitliches Identitätsmittel, das europaweit funktionieren und grenzüberschreitend eingesetzt werden kann.

    2. Stärkung der Datensouveränität
    Nutzer:innen entscheiden selbst, welche Daten sie in welchem Kontext teilen. In vielen Szenarien geht es dabei nicht darum, ein komplettes Dokument zu übertragen. Stattdessen wird eine bestimmte Aussage kryptografisch abgesichert, wie etwa „volljährig“ statt „Geburtsdatum + Ausweisfoto“.

    Für Unternehmen hat diese Entwicklung eine praktische Konsequenz: Identitäts- und Attributnachweise können perspektivisch zielgenauer und datenschutzfreundlicher werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Prozesse, weil eine Wallet kein neuer Login ist. Sie ist vielmehr ein individueller Schlüsselbund, der in regulatorische und sicherheitskritische Abläufe integriert werden kann.

     

    Funktionsweise der EUDI-Wallet App

    In der Anwendung wird die EUDI Wallet typischerweise als App auf dem Smartphone umgesetzt. Dort verwalten Nutzer:innen ihre Identitätsdaten und geben diese für bestimmte Vorgänge frei – etwa zur Anmeldung bei einem Service, zur Bestätigung eines Attributes oder zur elektronischen Signatur.

    Technisch ist entscheidend, dass Wallets nach EU-Vorgaben interoperabel und vertrauenswürdig sein müssen. Das betrifft unter anderem Sicherheitsanforderungen, die Art der Herausgabe von Nachweisen (durch staatliche Stellen oder qualifizierte Anbieter) und die sichere Kommunikation zwischen Wallet und Service Provider.

    Für Unternehmen entsteht damit ein standardisierter Zugang zu einer vertrauenswürdigen digitalen Identität, etwa für die Online-Identifikation und die digitale Legitimationsprüfung. Allerdings nur, wenn die eigenen Systeme in der Lage sind, die entsprechenden Standards zu unterstützen.

     

    Ab wann ist die EUDI Wallet verfügbar?

    Aktuell ist die EUDI Wallet in vielen Ländern vor allem über Pilotprojekte, Entwicklungsprogramme und nationale Vorhaben präsent. Die Europäische Digital Identity Regulation (Regulation (EU) 2024/1183) legt fest, dass alle Mitgliedstaaten bis Ende 2026 mindestens eine EU Digital Identity Wallet bereitstellen müssen, die den gemeinsamen EU-Spezifikationen entspricht und in der gesamten Union grenzüberschreitend nutzbar ist. In der Breite ist daher mit Verfügbarkeit und echter Marktdurchdringung erst ab 2027 zu rechnen – je nach Land und Umsetzungsstand.

    Es wird nicht „die eine EU-App“ geben, sondern nationale Wallet-Apps, die sich an gemeinsame Vorgaben halten. Entsprechend erfolgt der Download voraussichtlich über die offiziellen App-Stores bzw. die offiziellen Bereitstellungswege der Mitgliedstaaten.

     

    EUDI Wallet Deutschland: Was ist zu erwarten?

    Wie die EUDI Wallet in Deutschland umgesetzt wird, ist noch nicht klar, weil nationale eID-Infrastrukturen und bestehende Identitätsmittel in die Wallet-Strategie eingebettet werden müssen. Deutschland verfügt mit der Online-Ausweisfunktion bereits über einen etablierten Ansatz, der künftig in ein EU-weit kompatibles Wallet-System überführt bzw. ergänzt werden kann.

    Für Unternehmen, die in Deutschland tätig sind (oder deutsche Kund:innen onboarden), ist vor allem relevant, dass sich Identitäts- und Nachweisprozesse mittel- bis langfristig europaweit angleichen können. Das kann Integrationen vereinfachen, aber auch bedeuten, dass neue technische Fähigkeiten (z. B. Wallet-Interaktionen, Attributnachweise, Signaturflüsse) aufgebaut werden müssen, um Dokumente verifizieren und Identitätsdaten sicher verarbeiten zu können.

     

    EUDI-Wallet Pflicht: Was ist verpflichtend und für wen?

    Rund um die EUDI-Wallet Pflicht gibt es häufig Missverständnisse. Die Wallet ist in der Regel nicht verpflichtend für Endnutzer:innen, also niemand muss sie zwingend verwenden. Verpflichtend sind vielmehr Bereitstellung und Akzeptanzmechanismen auf Systemebene.

    Vereinfacht lässt sich das so einordnen:

    • Mitgliedstaaten müssen mindestens eine Wallet bereitstellen.
    • Bestimmte öffentliche Dienste müssen Wallets akzeptieren.
    • Bestimmte große Online-Plattformen müssen (unter den vorgesehenen Regeln) Wallet-basierte Anmeldungen unterstützen.

    Für Unternehmen außerhalb dieser Kreise entsteht trotzdem ein indirekter Druck: Wenn Wallet-basierte Nachweise sich als Standard etablieren, steigen Erwartungen an Nutzererlebnis, Sicherheit und Regulatorik und das wirkt sich auf das digitale Onboarding und die Identitätsprüfung aus.

     

    EUDI Wallet 2026: Das Thema gehört jetzt in die Roadmaps

    Für Unternehmen ist 2026 weniger ein Startpunkt als ein Orientierungspunkt. Mit der verpflichtenden Bereitstellung der EUDI Wallet durch die Mitgliedstaaten wird digitale Identität erstmals europaweit in einem einheitlichen Rahmen gedacht und umgesetzt. Ab diesem Zeitpunkt ist davon auszugehen, dass Wallet-basierte Identitätsnachweise schrittweise in reale Anwendungsfälle einziehen – zunächst in Verwaltung und regulierte Branchen, später auch in kommerzielle Plattformen und digitale Services.

    Entscheidend ist dabei nicht die sofortige Ablösung bestehender Ident-Verfahren, vielmehr die Koexistenz unterschiedlicher Identitätsmodelle. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihre Identitätsarchitektur so auszurichten, dass sie neue Wallet-basierte Nachweise aufnehmen kann, ohne bestehende Prozesse zu destabilisieren. Die EUDI Wallet fungiert daher als langfristiger Referenzrahmen für die Weiterentwicklung digitaler Identitätsprozesse in Europa. Für Unternehmen ist dabei entscheidend, dass technologische Anpassungen in der Regel nicht ad hoc erfolgen: Interne IT-Abteilungen planen ihre Prioritäten langfristig, arbeiten mit mehrjährigen Roadmaps und priorisieren Anforderungen über Backlogs und Release-Zyklen hinweg.

    Entsprechend sollte die EUDI Wallet frühzeitig als relevanter Entwicklungspunkt berücksichtigt werden, damit Systeme und Prozesse rechtzeitig darauf ausgelegt sind, Wallet-basierte Identitätsnachweise auch tatsächlich akzeptieren und verarbeiten zu können, sobald sie in der Breite verfügbar sind. Die Zusammenarbeit mit spezialisierten Partner:innen ermöglicht es, diese Anforderungen vorausschauend einzuordnen und bestehende Identitätslösungen schrittweise weiterzuentwickeln.

     

    Typische EUDI Wallet Use Cases

    Die EUDI Wallet ist bewusst breit angelegt. In der Praxis kristallisieren sich jedoch Use Cases heraus, in denen Identität, Vertrauen und Rechtswirkung besonders wichtig sind, etwa im Rahmen von Betrugsprävention und dem Schutz vor Identitätsdiebstahl.

    Typische Beispiele sind:

    • Digitales Onboarding und KYC (z. B. Kontoeröffnung, Vertragsabschluss, Registrierung in regulierten Umfeldern)
    • Login und starke Authentifizierung für Portale, Plattformen und Kundenkonten
    • Alters- und Attributsnachweise (z. B. „über 18“, Wohnsitz, “gültiger Führerschein vorhanden"), ohne unnötige Daten preiszugeben
    • Elektronische Signaturen, insbesondere wenn Rechtsgültigkeit und Nachvollziehbarkeit erforderlich sind
    • Behörden- und Verwaltungsprozesse, bei denen Identitäts- und Nachweispflichten digital abgebildet werden müssen

    Für Unternehmen ist dabei besonders relevant, dass die Wallet nicht nur Identität abbildet, sondern auch nachweisbare Attribute und damit viele Prozesse effizienter machen kann, die heute noch auf Dokumentenuploads, Medienbrüche oder manuelle Prüfungen setzen.

     

    EUDI Wallet im Kontext moderner Identitätsprüfung

    Für PXL Vision ist die EUDI Wallet ein weiterer Schritt hin zu standardisierten digitalen Identitätsökosystemen, in denen Sicherheit, Nutzerfreundlichkeit und Rechtskonformität zusammengedacht werden müssen. Wallets werden Prozesse nicht über Nacht ersetzen, aber sie werden Erwartungen verändern: Kund:innen gewöhnen sich an schnelle, medienbruchfreie Identitätsnachweise. Regulatorik wird stärker in digitale Flows eingebettet und Unternehmen brauchen flexible Identifizierungslösungen, die mit neuen Standards mitwachsen.

    Genau hier setzt PXL Vision an: Wenn Unternehmen digitale Identitätsprüfungen skalieren wollen, kommt es auf robuste Verfahren an, die unterschiedliche Identitätsquellen und Nachweislogiken abdecken können – heute und in Zukunft. Ob Wallet-basierte Identitäten, etablierte eID-Mechanismen oder andere digitale Ident-Ansätze: Entscheidend ist, dass Identitätsprozesse verlässlich, compliant und conversion-stark umgesetzt werden. Die EUDI Wallet ist dafür ein wichtiger Referenzpunkt, weil sie zeigt, wohin sich der Markt bewegt – und welche Anforderungen an Identitätsprüfung, Attributvalidierung und Signaturfähigkeit künftig Standard werden.

     

    Die EUDI Wallet ist mehr als ein „neuer Login“

    Die EUDI Wallet wird teils mit einem komfortablen Login-Feature gleichgesetzt. In Wirklichkeit ist sie ein vertrauensbasiertes Infrastrukturthema: Identität, Attribute und Nachweise sollen so bereitgestellt werden, dass digitale Prozesse rechts- und sicherheitsrelevant umgesetzt werden können. Für Unternehmen bedeutet das: Wer sich frühzeitig mit Wallet-Fähigkeiten, Standards und Use Cases auseinandersetzt, kann Identitätsprozesse strategisch weiterentwickeln und gleichzeitig die Grundlage schaffen, neue EU-weite Identitätsmöglichkeiten ohne Reibungsverluste zu integrieren.

    FAQ zur EUDI Wallet

    Wann kommt die EUDI Wallet?

    Der verbindliche Rahmen sieht vor, dass Mitgliedstaaten bis Ende 2026 mindestens eine Wallet bereitstellen. Eine breitere Nutzung wird ab 2027 erwartet.

    Gibt es einen EUDI Wallet Download in Deutschland?

    Ein flächendeckender Download hängt vom nationalen Rollout ab. Erwartbar ist eine Bereitstellung über offizielle Wege, sobald Deutschland seine EUDI-Wallet-Lösung in die breite Nutzung bringt.

    Welche Use Cases sind für Unternehmen besonders relevant?

    Vor allem KYC/Onboarding, sichere Logins, Alters- und Attributnachweise sowie Signaturprozesse – überall dort, wo Identität, Compliance und Nutzererlebnis zusammenkommen.